Flughafen BBI

Ist der Bau am Standort Schönefeld richtig gewählt worden oder wäre es anderswo besser? Das ist inzwischen eine müßige rhetorische Frage. Man hat sich entschieden und Milliarden sind inzwischen für die Infrastruktur verbaut. Speerenberg als Standort hätte sicher weniger Betroffenheiten bezüglich Fluglärm bedeutet, die Nachtfugeinschränkungen wären geringer und der Erschließungsaufwand wäre eher geringer als größer gewesen. Was die Berliner und Brandenburger Regierungen bewogen hat, sich dennoch für Schönefeld zu entscheiden liegt im Dunklen, wäre aber sicher vom Allgemeininteresse.

 

Nun: BVB ist für einen verantwortlichen Umgang mit Steuermitteln und für Ressourcenschonung, daher wollen wir das Rad nicht zurückdrehen, aber dennoch fordern wir, eine optimale Ausnutzung des künftigen Flughafens und dennoch eine Begrenzung der Belastung der Menschen im Umfeld des Flughafens. Regelmäßiges Starten und Landen während der Nacht verbietet sich an diesem Standort. Wenn der Flughafen Mitte nächsten Jahres in Betrieb geht, sollten auch die Verkehrsanbindungen fertig sein. Nach unserem Wissenstand wird dies aber nicht der Fall sein.

Weder für den Regionalverkehr noch für die S-Bahn werden es attraktive Schieneanbindungen sein. Die S-Bahn ist zu lang geführt und ohnehin zu langsam, als daß sie für die Berliner Innenstadt und als recht für die Brandenburger das Verkehrsmittel der Wahl sein könnte. Für den Regionalverkehr hat man die rechtzeitige Herstellung des Planrechtes in Richtung der Dresdener Bahn verschlafen. In der Summe ist das alles Andere als ein Glanzstück vorausschauender Planung und Ausführung. Auf den Punkt gebracht, kann man sagen: Wir werden einen sehr teueren moderne Flughafen am nicht gerade idealen Standort mit einem großartigen unterirdischen Flughafenbahnhof haben, aber dafür zu wenige attraktive Verkehrsangebote.

 

Weitere Informationen sind unter www.bvb-brandenburg.de abrufbar.

 

Horst Tschaut

Landespolitischer Sprecher für Verkehr


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