Neujahrswanderung im Liepnitzwald großer Erfolg

Zeichen gegen Windkraft im Wald – Rund 300 Bürger beteiligen sich an der Neujahrswanderung im bedrohten Liepnitzwald

Trotz Schneefall und Glätte beteiligten sich rund 300 Bürger an der Neujahrswanderung am 15.01.2017 im Liepnitzwald. Hans-Jürgen Klemm konnte verkünden, dass ihm ein Schreiben der ehemaligen Berliner Landesregierung vorliegt, dass diese nicht vorhat, die Flächen an Windkraftanlagen freizugeben. Leider hat er noch keine Information, ob Frau Günther von den Grünen als Amtsnachfolgerin im Amt für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ebenso denkt. Der Liepnitzwald ist also noch lange nicht sicher.

Jana Radant berichtete aus ihrer kommunalen Sicht als Bürgermeisterin von Wandlitz über das Problem des geplanten Windeignungsgebietes im Liepnitzwald. Sie traf bei den übergeordneten Behörden auf Unkenntnis über die lokale Situation im Liepnitzwald. Inzwischen klagt die Gemeinde Wandlitz gegen die Ausweisung des Windeignungsgebietes.

Robert Soyka berichtete anschließend über die landespolitische Sicht. Die Landtagsgruppe BVB / FREIE WÄHLER setzt sich seit ihrem Einzug in den Landtag für den Erhalt des Liepnitzwaldes ein. Als Referent für Energiepolitik, Umwelt und Naturschutz der Landtagsgruppe BVB  / FREIE WÄHLER traf Soyka auch auf Landesebene immer wieder auf die Ignoranz seitens der Entscheidungsträger und Verantwortlichen. Begonnen mit dem Landtagsabgeordneten und Sprecher für Umweltpolitik der SPD, Wolfgang Roick, der ernsthaft behauptete, dass nur Windeignungsgebiete im „Kiefernknack“, also in Kiefernmonokulturen, ausgewiesen werden. Als dann nachgewiesen war, dass der Liepnitzwald – und auch die Zossener Heide – Laub und Mischwald sind, bohrte die Gruppe nach und fragte, wie es sein kann, dass der Leitfaden der Landesregierung ignoriert wird, der Laub- und Mischwälder als Windeignungsgebiete ausschließt. Als Ergebnis zeigte sich, dass der Leitfaden nur ein wertloses Stück Papier ist, an das sich niemand halten muss. Sein Fazit: Hier wird wissentlich intakte Natur geopfert – und das ohne wirklichen Grund. Denn im Osten Deutschlands besteht kein Mangel an Windkraft, sondern ein immer größer und teurer werdender Überschuss.

Dr. Nikolai Ziegler von der Bundesinitiative Vernunftkraft e.V. fügte zum Thema Kosten und Unsinn der Windkraft die bundesweite Ebene hinzu. Er zeigte mit seinen Ausführungen, dass der weitere Ausbau der Windkraft auch deutschlandweit unsinnig ist. Wie auch von BVB / FREIE WÄHLER mehrfach betont wurde, kann die wetterabhängig stark schwankende Einspeisung kaum noch verwertet werden. Speicher existieren nicht einmal als finanziell plausible Theorie. Somit muss der Ausbau der Windkraft insgesamt gestoppt werden. Alles andere ist reine Geldverschwendung.

Im Wald zeigte dann Revierförster Klaus Meyer-Giesecke vor Ort, was der angebliche „Kiefernknack“ wirklich ist: Laubwälder aus über hundert Jahre alten mächtigen Buchen, aber auch Erlen und Eichen. Nur in wenigen kleinen Abschnitten des geplanten Windeignungsgebietes, die keine 10 % der Fläche ausmachen, stehen tatsächlich Kiefern. Doch auch dort haben sich längst Laubbäume ausgesät, kleine Buchen sind längst dabei, einen Mischwald zu bilden. Dies hatte er auch in seiner Stellungnahme den Verantwortlichen mitgeteilt – leider kann er nicht beeinflussen, wie diese mit der Information umgehen.

Hans-Jürgen Klemm schloss die Wanderung mit einem Appell ab, bei den Wahlen darauf zu achten, welche Parteien diese Geldverschwendung und diesen Umweltfrevel weiter unterstützen und welche dagegen vorgehen. Dabei lobte er auch explizit BVB / FREIE WÄHLER. 

Presseecho:
Wanderung für Walderhalt – MOZ 16.01.2017

 

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