Sozialarbeiter zur Suizidprävention in Schulen einsetzen!

Mangel an Schulsozialarbeitern und mehrere Suizide in Teltow-Fläming – Ralf von der Bank: Freiwerdende Sozialarbeiter aus Flüchtlingsbetreuung einstellen

Schulsozialarbeiter werden an vielen Schulen des Landes Brandenburg eingesetzt. Das ist auch im Landkreis Teltow-Fläming so, nicht aber an den Gymnasien, die sich in Kreisträgerschaft befinden. In den vergangenen Jahren haben mehrere Schüler des Fontane-Gymnasiums Suizid begangen.

Die Kreistagsfraktion der FREIEN WÄHLER forderte wiederholt, dass für die 5 Gymnasien in Trägerschaft des Landkreises Teltow-Fläming (Goethe-Schiller-Gymnasium in Jüterbog, Friedrich-Gymnasium in Luckenwalde, Fontane-Gymnasium in Rangsdorf, Marie-Curie-Gymnasium in Ludwigsfelde und Kopernikus-Gymnasium in Blankenfelde) Schulsozialarbeiter eingesetzt werden. Die Stellungnahme der Schulkonferenz des Fontane-Gymnasiums 2014 machte bereits in den Gremien des Kreistags im Oktober 2014 deutlich, dass es diese Schulsozialarbeit für überaus notwendig erachtet. Es wurde deutlich gemacht, dass die Problemlage von Heranwachsenden an Gymnasien sich nicht von denen an anderen Schulen unterscheidet, beispielsweise im Umgang mit Konflikten.

Ralf von der Bank (Fraktionsvorsitzender BVB / FREIE WÄHLER im Kreistag Teltow-Fläming): „Augenblicklich werden zahlreiche Sozialarbeiterstellen im Land Brandenburg abgebaut. Der Zeitpunkt ist günstig, um den Sozialarbeitern neue Perspektiven zu geben und sie mit Schwerpunkt Schulsozialarbeit einzusetzen.“

Die Sozialarbeiter, die schwerpunktmäßig in den Übergangswohnheimen eingesetzt wurden, hatten oder haben häufig befristete Anstellungsverhältnisse. Auch der Landkreis Teltow-Fläming reduziert die Anzahl der Stellen der Sozialarbeiter, die in den Übergangswohnheimen arbeiteten.  Das findet seinen berechtigten Grund im Rückgang der Zahlen an Flüchtlingen und Asylbewerbern und der Hoffnung auf sich verbessernde Umstände in Syrien, dass es erste erfolgreiche Friedensanstrengungen gibt und der Kampf gegen die Terrororganisation IS vielversprechend verläuft, so dass mittelfristig auf eine Befriedung Syriens gehofft werden kann.

Das hat leider zur Folge, dass die Sozialarbeiter, die in der Flüchtlings- und Asylantenbetreuung in den letzten Jahren ganz hervorragende Leistungen erbrachten und noch erbringen, nur eine geringe Aussicht auf Vertragsverlängerungen haben.  Unser Antrag hilft, dies für die betroffenen Sozialarbeiter abzufedern und einen Beitrag zu ihrer Weiterbeschäftigung zu leisten. Und es besteht der Vorteil, dass diese Sozialarbeitsstellen auch in Teilzeit ausgefüllt werden können.

 Ralf von der Bank fordert von der Landrätin Kornelia Wehlan und dem Kreistag:
„Wir brauchen nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern echtes Commitment. Unsere Jugend muss tatsächlich im Mittelpunkt unserer Fürsorge stehen.“

Auch in anderen Landkreisen Brandenburgs sollte überprüft werden, ob eine ausreichende Abdeckung mit Schulsozialpsychologen gegeben ist. Denn nach wie vor ist Suizid bei den 15- bis 25-Jährigen die häufigste TodesursacheNeueste wissenschaftliche Nachweise zeigen, dass Präventionsmaßnahmen durch Schulsozialarbeit die Anzahl von Suizid-Ver­suchen und von Suizid-Gedanken in der Schülerschaft um jeweils über 50 % reduzieren, wie die beim German Clinical Trials Register DRKS regis­trier­te Studie zeigt.

Wissenschaftliche Quelle:
D. Wasserman et al., School-based suicide prevention programmes, THE LANCET, 9 January 2015
Link: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140673614612137#