Lehrermangel: Quereinsteiger qualifizieren!

Iris Schülzke: Quereinsteiger in Schulen haben Probleme, aber sind notwendig – Absehbares Problem Lehrermangel wurde ignoriert, jetzt mehr Fachlehrer ausbilden

An der Debatte zum Antrag „Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger als Lehrerinnen und Lehrer dauerhaft halten und qualifizieren" von SPD, Linken und Grünen beteiligte sich auch Iris Schülzke (BVB / FREIE WÄHLER). Kritisch sah sie, dass die jahrelangen Warnungen des bevorstehenden Lehrermangels einfach ignoriert wurden. Hätte man damals reagiert, gäbe es das Problem nicht. Der Fehler wiederholt sich aktuell – steigende Geburtenzahlen werden in den nächsten Jahren zu einem noch größeren Bedarf an Lehrern führen. Nun wird es höchste Zeit, mit der Ausbildung neuer Lehrer zu beginnen. 

Quereinsteiger stehen in der Schulpraxis vor vielen Problemen, auf die sie mangels pädagogischer Ausbildung nicht vorbereitet sind. Dennoch sind sie angesichts der aktuellen Situation notwendig. Sie müssen gehalten und soweit möglich weitergebildet werden. Daher unterstützt BVB / FREIE WÄHLER den Antrag.

Rede Iris Schülzke zum Lehrermangel
„Lehrermangel hat eine Situation geschaffen, dass Seiteneinsteiger für die Sicherstellung des Unterrichts in den Schulen angeworben werden. Es ist eine Offensive, die auch über Brandenburg hinausgeht, Menschen, in der Regel mit Hochschulabschluss, ohne pädagogische Qualifikation für den Lehrerberuf zu finden. Manchmal ist es unbegreiflich, wie solche Situationen entstehen können, haben wir doch in Deutschland die besten Statistiken überhaupt, Schulleiter haben seit Jahren gewarnt, dass die Lehrerschaft überaltert und Fachlehrer fehlen.

Nun ist das Dilemma groß, zukünftig wird die Herausforderung noch größer, seit Jahren steigen die Geburtenzahlen, nicht nur in Berlin, auch in Brandenburg, auch in berlinfernen Gebieten. Sagen will ich damit, dass die Suche nach Quereinsteigern sogar verstärkt werden muss, gerade für die Fächer Mathematik, Chemie, Physik, Informatik oder Musik usw. Quereinsteiger sollen unterrichten und berufsbegleitend ihr pädagogisches Rüstzeug erwerben.

Es ist eine Herausforderung für die Seiteneinsteiger, sie stehen plötzlich vor Schulklassen, die oft nicht nur aus Musterschülern bestehen, Konflikte also zwischen Lehrern und Schülern oder Schülern und Schülern da sind. Auch die angestammte Lehrerschaft wird vor Herausforderungen gestellt, sie muss fachlich helfen, ohne Hilfestellungen wird es kaum gehen. Wir befürworten diesen Antrag, denken aber, dass praktikable Handlungsleitfäden erstellt werden sollten.

Es werden Situationen in Klassenzimmern entstehen, z.B., wenn einzelne Schüler besonders aktiv sind oder Schüler, die gar keine Lust zum Lernen haben, deren Elternhäuser diese Situationen noch unterstützen und dabei andere Schüler noch stark beeinflussen. Oder Schüler mit einem hohen Aggressionspotential zu Hochformen auflaufen, diese haben meistens viel Ausdauer, Situationen, in denen manchmal auch gut ausgebildete Pädagogen scheitern. Hier müssen ausreichende Hilfestellungen für die Seiteneinsteiger gegeben werden, diese Last kann nicht allein beim Schulleiter liegen. Am besten wäre es jedoch, ausreichend Lehrer in den entsprechenden Fachgebieten auszubilden."