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Schulbildung bei Medienkompetenz teilweise mangelhaft

09.06.2016 | Andere

Iris Schülzke begrüßt in ihrer Rede Initiative für Medienkompetenz, doch die Grundvoraussetzungen in den Schulen sind teilweise mangelhaft

Für immer mehr Berufe werden Fähigkeiten im Umgang mit IT und Medien zur notwendigen Kompetenz. Doch noch immer gibt es keine flächendeckende Schulung der Kinder, wie diese mit moderner Technik und Medien richtig und verantwortungsvoll umgehen. Zur Verbesserung gab es einen Antrag der CDU, der einen Antrag von SPD und Linken sowie einen Antrag der Grünen nach sich zog.

Iris Schülzke zeigte in ihrer Rede an Beispielen aus der Praxis, welche Probleme es noch gibt. Zwar gibt es einige Vorzeigeschulen, in denen es gute Ausstattung im IT-Bereich und gut qualifizierte Lehrer gibt. Doch ebenso gibt es noch immer viele Schulen, in denen die Schüler die Computer nicht einmal anfassen dürfen. Wie immer mangelt es meist am Geld.

Die gesamte Rede von Iris Schülzke:
„Medienkompetenz oder Medienbildung an Schulen weiter stärken bzw. Medienbildung und digitale Kompetenz weiter stärken, sollte selbstverständlich in der Schulbildung sein. Kinder und Jugendliche treffen regelmäßig auf Medien. Audiovisuelle Mittel und Verfahren zur Verbreitung von Informationen, Bildern und Prozessen begegnen uns und auch Kindern und Jugendlichen im Alltag durch Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet. Kommunikationsmittel erfahren eine rasante Entwicklung, eine entsprechende Anwendung und Nutzung erfolgt durch intelligente Konzepte und Kommunikationsorganisation: ob es ein elektronisches Verkehrsleitsystem mit Stauwarner auf den Autobahnen ist, die Nutzung der Daten aus dem Internet oder das Berechnen einer Aussaatmenge für Getreide oder Lupinen auf einem Feld oder das Lösen einer Fahrkarte am Bahnhof.

Es ist erforderlich, dass Jugendliche während ihrer Schulzeit die Eignung bzw. die Fähigkeit erwerben, mit den digitalen Medien umzugehen. Effizientes Lernen ist kaum möglich, wenn in den Schulen für diesen Bereich der Bildung nach wie vor nicht die erforderlichen Voraussetzungen zur Verfügung stehen, dies trifft ganz besonders für den ländlichen Raum zu.

Andererseits steht die Initiative Industrie 4.0. vor der Tür. Wir stehen einer hochflexibilisierten Produktion, Verfahren der Selbstoptimierung und Selbstkonfiguration gegenüber, dies betrifft auch den gesamten Dienstleistungssektor und alle Prozessstufen der gesamten Wertschöpfungskette. Verfahren werden intelligenter, Menschen sollen bei ihrer zunehmend komplexeren Arbeit unterstützt werden. Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine wird ständig erweitert, verbessert und anspruchsvoller. E-Learning, Information, Kommunikation und gemeinsames Lernen haben in allen Fächern eine stärkere Rolle übernommen.

Es gibt gute Ansätze in den Schulen, aber nicht überall. Vor einigen Wochen besuchten wir eine Veranstaltung Dialog P am beruflichen Gymnasium in Falkenberg/Elster. Diese Schule ist bestens für eine gute Ausbildung gerüstet und aufgestellt, die Pädagogen wissen um die Notwendigkeit einer guten Ausbildung der Schüler im Bereich digitaler Medien. Zwei Schülerinnen berichteten jedoch, dass sie zu diesem 11. Schuljahr aus einer anderen Schule nach Falkenberg gewechselt sind, weil es eben diese technische IT-Ausrüstung am Vorgängergymnasium nicht gibt – kaum interaktive Tafeln, zu wenig PC-Arbeitsplätze, die Netzverbindungen waren mangelhaft, der Server überfordert.

Gestern berichtete ein Arzt aus dem Ärztenetzwerk, dass es bei den Lehrern an Bereitschaft mangelt, eine entsprechende IT-Bildung zu sichern. Ein Vater ergänzte, dass seine Tochter in der 2.Klasse in Finsterwalde das Smartboard, das den Schülern nur gezeigt wurde, nicht anfassen durfte, damit es nicht kaputt geht. Sagen will ich damit, dass es im Jahr 2016 ein sehr differenziertes Bild gibt, leider sind es aber keine Einzelfälle. Es fehlt auch der Wille, die IT-Bildung so anzubieten, wie es die heutige Situation und die Zukunft erfordern. An anderen Schulen fehlen das Geld und die Ausrüstung dazu.

In diesen Fällen kann man nicht davon sprechen, dass wir auf einem guten Weg sind, wie es im Antrag steht. Hier ist einiges zu tun, dies systematisch und zügig. Die Bereitstellung von zeitgemäßer Bildungssoftware, die Schulung der Lehrkräfte und der Einsatz von interaktiven Präsentationseinheiten im Unterricht ist entsprechend der Entwicklung der digitalen Medien weiterzuentwickeln. Die Abkehr vom starren Informatikunterricht sollte zügig erfolgen, z.B. nach dem Vorbild von Schweden, Norwegen oder der asiatischen Länder. 

Sinnvoll wäre eine koordinierte Anwendung der Einzelleistungen in den verschiedensten Fächern. Schnellstens sollte dazu eine Checkliste zum Ausstattungsgrad in allen Schulen, zu den Fähigkeiten der angewendeten Software und zur Qualifikation der Lehrer erstellt werden. Selbstkritisches Herangehen ist hier gefragt. Parallel müssen die Schulen zügig aufgerüstet werden, Leitungssystem, Versorgungsleistung in Down- und Upload müssen stimmen und Netzwerke zwischen den Schulen sollten eingerichtet werden, damit sich die Schulen gegenseitig helfen können.

Das kostet viel Geld, auch das muss zur Verfügung gestellt werden. Es reicht keinesfalls, so wie im Antrag von SPD und Linken, dass die Schulen oder Kommunen aufgefordert werden müssen, für entsprechende Ausrüstungen zu sorgen. Bei dem herrschenden Investitionsstau stehen die Schulen nicht immer an erster Stelle. Wer behauptet, die Medienkompetenz ist auf einem guten Weg, der sollte sich von ausbildenden Unternehmen berichten lassen, diese werden vom realen Stand berichten. Fahrschulen bilden auch nicht mehr am alten Trabbi aus, aber so stellt sich das Verhältnis dar.

Im Antrag der Grünen sind gute Vorschläge enthalten, mir fehlt dort nur der Zeitrahmen. Eine weitere Arbeitsweise mit dem Tempo einer griechischen Landschildkröte wird dazu führen, dass wir in die
sem Bereich weiter zurückfallen.“

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