Website Preloader
Website Preloader

Die Bahn und das Hochwasser

16.07.2013 | Andere

Sicherheit ist keine physikalische Kategorie, sondern eine Ermessensangelegenheit. Diese Gewissheit rührt nicht aus meiner kleinen kommunalpolitischen Erfahrung, sondern aus 40 Jahren Planen und Prüfen von Verkehrsinfrastrukturbauwerken. Ganz sicher kann man nie sein, ob eine Radachse oder ein Brückenträger auch noch nach Millionen von Lastwechseln hält oder nicht. Die deutsche Angstgesellschaft möchte aber für alles, ob es sich nun um ein Medikament, ein Lebensmittel oder einen Verkehrsweg handelt, diese ausgesprochene Garantie. Das dies kein Mensch garantieren kann, auch kein Politiker, auch kein Vorstand eines Unternehmens, ist evident. Der Rest läuft dann auf die Floskel „Politiker- bzw. Unternehmerrisiko“ hinaus.
 
Die Vorstände der staatlichen und quasistaatlichen Unternehmen unterliegen nur sehr begrenztem wirtschaftlichem Druck. Das gilt nicht nur für die Chefs mit sehr opulenten Gehältern, nein auch für zahlreiche unterordnete Personalstellen, wo die Gehälter zwar nicht mehr so opulent sind, aber immerhin unabhängig vom Betriebsergebnis garantiert sind. Warum sollte man unnötige Risiken eingehen? Hinzu kommt, dass sogenannte technische Personalstellen von immer mehr Leuten besetzt sind, die für Technik keine Verantwortung übernehmen wollen, oft es auch nicht mehr können oder noch nie konnten, weil Karrieren auch ohne Verantwortungsübernahme möglich sind, man muss sich nur auf das Andienen bei Vorgesetzten verstehen. Dieser „Inzucht-Prozess“ aus technisch Unfähigen umgreift immer größere Kreise. Die billige Forderung nach mehr Geld für die Infrastruktur des Staates ist schnell gemacht und wird medial permanent unterstützend befeuert. Da muss man eben die Steuern erhöhen und alles wird gut.

 
Nichts wird gut, solange z. B. die Eisenbahn noch nach Wochen nach der Flut meint, es könnte noch Monate dauern, bis der Vorzustand wieder erreicht wird. Die Elbauen zeigen schon wieder saftiges Grün. Kein Bahngraben muss da noch voll Wasser sein, man muss es nur abfließen lassen. Innerhalb eines halben Tages könnten sie fast leer sein, zumindest unbedenklich leer für einen Eisenbahnverkehr. Ein Großteil der fraglichen Elbquerung besteht aus tief gegründeten Brücken, deren Gründungsebene immer im Grundwasser steht. Wo soll da eine Gefährdung der Tragfähigkeit der Brücken hergekommen sein. Nach Monaten, nach Millionenausgaben für externe Begutachtungen wird man genau zu diesem Ergebnis kommen. Wenn viel, viel Zeit und viel Geld für fragwürdige Untersuchungen ausgegeben sind, können die Chefs samt ihrem technischen Personal sich wenigsten nicht vorwerfen lassen, sie hätten vorschnell einer Betriebsaufnahme zugestimmt. Da fahren wir nicht, immer noch auf Nummer sicher gehend, auf einem 5km-Bereich vorerst nur z. B. 30km/h, nein, 100km Umweg mit teilweise auch nur möglichen 30km/h sind recht, stören doch Niemanden oder doch? Da die Bahn mit 100% Ökoenergie fährt, ist das okay, was will der deutsche Steuerzahler mehr?
 

Horst Tschaut

Mitglied im Bahnkundenverband, im Nahverkehrbeirat Oberhavel und Landespolitischer Sprecher für Verkehr der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen / Freie Wähler

Aktionen

Wählen Sie am 22. September

BVB / FREIE WÄHLER!

Aktuelles

Schlechte Wahlverlierer in OPR fechten Ergebnis an!

Schlechte Wahlverlierer in OPR fechten Ergebnis an!

In Rheinsberg versuchen die Verlierer der Kreistagswahl, den stimmstarken Kandidaten von BVB / FREIE WÄHLER, Frank-Rudi Schwochow, abzusägen. Das Verliererbündnis, bestehend aus CDU, Grünen und Linken, stellte mehrere identische Einsprüche gegen die Gültigkeit der...